Die imperialistische Aggression in Korea 1950-1953 PDF Drucken E-Mail
Nach der Niederlage des militaristischen Japans versuchten die imperialistischen Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und die Niederlande sowie die führende imperialistische Macht, die USA, ihre Position in Asien gegen den Ansturm der nationalen Befreiungsbewegung zu halten bzw. auszubauen, was mit Leid und Elend für die betroffenen Völker, Massakern und blutigen Kriegen verbunden war.

Wortbrüchig überfiel der französische Imperialismus am 19. Dezember 1946 erneut die Demokratische Republik Vietnam, deren Unabhängigkeit und Souveränität man erst im März 1946 anerkannt und seither mehrmals bekräftigt hatte. Die französische Aggression mündete in einen weltweit als "schmutzig" verurteilten Krieg, der nahezu acht Jahre währte. An ihm hatten die USA bedeutenden Anteil, die sich ab Ende 1947 immer offener in Vietnam einmischten und im Januar 1950 ganz Indochina zu einer ihrer „lebenswichtigen Sphären" in Asien erklärten. Mit dem Beginn des Koreakrieges erlangte der vietnamesische Kriegsschauplatz erhöhte Bedeutung.

Die Halbinsel Korea spielte in dem Streben des USA-Imperialismus seine Herrschaft im asiatisch-pazifischen Raum zu errichten, eine besondere Rolle. Hier war es den USA gelungen, nach Landung ihrer Truppen 9. September 1945 die das ganze Land erfassende demokratische Umwälzung südlich des 38. Breitengrades schrittweise abzublocken und die Spaltung Südkoreas herbeizuführen. Der Widerstand der demokratischen Kräfte wurde brutal unterdrückt. Trotzdem blieb Südkorea ein für USA neuralgischer Punkt, da der Kampfeswille des Volkes, das ein einheitliches und freies Korea anstrebte, keineswegs gebrochen war. Ende 1948 verließen die sowjetischen Truppen vereinbarungsgemäß den Norden des Landes. Dem gegenüber behielten die USA entgegen den alliierten Abmachungen Stützpunkte in Südkorea.

Der Sieg der chinesischen Volksrevolution und die Gründung der VR China am 1. Oktober 1949 komplizierten die Lage für den USA-Imperialismus weiter. Washington sah die Positionen seiner Marionettenregierung Jiang Jieshi auf Taiwan und Li Sing Man in Korea sowie die eigenen Interessen im gesamten südostasiatischen Raum noch stärker gefährdet. Daher hoffte man, durch eine militärische Beseitigung der volksdemokratischen Ordnung in der KDVR eine grundlegende Wende in dieser Region einleiten zu können.

Am 25. Juni 1950 begann die Aggression. Die Truppen Li Sing Mans überschritten den 38. Breitengrad, um die provisorische Hauptstadt der KDVR Phjònjang und das Industriezentrum Wonsan zu erobern und bis an die Grenze zur VR China und zur Sowjetunion vorzustoßen. Der Angriff der der zahlenmäßig überlegenen Aggressoren scheiterte an dem für sie überraschenden Widerstand der Volksarmee der KDVR, die umgehend zur Gegenoffensive überging. Am 28. Juni befreite die Volksarmee Sòul.

Vom 27. Juni an mischten sich die USA offen und massiv in die Kämpfe ein. Sie entsandten 800 Flugzeuge zu Kampfeinsätzen, mobilisierten ihre 7. Flotte und die Pazifikflotte. Gleichzeitig besetzten sie Taiwan. Anfang Juli verlegten sie die 8. Armee von Japan, wo sie etwa 116 000 Mann Land- und Luftstreitkräfte stationiert hatten, nach Korea. Trotzdem wurden die Aggressoren bis zum 14. September 1950 bis zum Südzipfel der Halbinsel, auf das Gebiet um Tegu und Pusan, zurückgeworfen. Von hier aus und durch Anlandung von 45 000 Mann im Rücken der Volksarmee bei Intschon auf der Höhe von Sòul gelang es den amerikanischen und südkoreanischen Streitkräften, eine zweite Angriffswelle zu starten. Die materiell-technische Überlegenheit der Aggressoren, die die Küstengewässer und den Luftraum weitgehend beherrschten, täglich Verstärkung aus den USA und – unter Mißbrauch der UNO – aus NATO-Staaten, von Commonwealthländern und abhängigen Gebieten erhielten, sowie ihr beispielloser Terror, ließen sie Mitte Oktober stellenweise bis an die koreanisch-chinesische Grenze vordringen.

In einer großangelegten Gegenoffensive, die am 25. November 1950 begann, trieben die koreanische Volksarmee und die mit ihr verbünden chinesischen Freiwilligenverbände, unterstützt von der koreanischen Zivilbevölkerung und von Partisaneneinheiten, die Interventen auf südkoreanisches Territorium zurück. Am 6. Dezember wurde Phjòngjang, am 8. Wonsan, am 4. Januar ein zweites Mal Sòul befreit. Bedeutende materielle und personelle Hilfe, vor allem auf dem Gebiet der Luftverteidigung, politische und moralische Unterstützung leistete dabei die Sowjetunion. Auch die anderen sozialistischen Staaten übten aktive Solidarität.

Die Niederlagen im Winter 1950/51 führten zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen den USA und ihren Verbündeten sowie in den USA selbst. Die USA-Regierung erwog den Einsatz von Kernwaffen in Korea wobei sie das Risiko einer Ausweitung des Krieges zu einem Weltkrieg einkalkulierte. Dagegen protestierten selbst NATO-Partner.

Die USA steigerten systematisch die Kriegshysterie. Die Regierung vervierfachte ihre ursprünglich veranschlagten Rüstungsausgaben auf 52 Milliarden Dollar und verstärkte die aktiven Streitkräfte von 1,46 Millionen Mann im Jahre 1950 auf 3,56 Millionen 1953. Die USA und z. T. auch westeuropäische Länder erlebten einen Rüstungsboom ohnegleichen. Die Militarisierung der USA wurde beschleunigt. Der sich herausbildende militärisch-industrielle Komplex vergrößerte seinen Einfluß auf die Politik. Insgesamt wandten die Vereinigten Staaten im Koreakrieg 83 Milliarden Dollar auf.

Die Kriegführung war barbarisch. Die USA setzten Napalm und bakteriologische Waffen ein. Ihre Piloten warfen in mehr als 1 Million Einsätzen – fast ebensovielen wie während des zweiten Weltkrieges in Europa – 1 Million Tonnen Bomben auf Städte, Dörfer und Verkehrswege ab. Die eigenen Verluste allein an Flugzeugen beliefen sich auf ca. 4 000. Trotz massierter Anstrengungen vermochten die USA das Scheitern ihrer aggressiven Zielstellungen nicht abzuwenden. Zu Lande gingen die Kämpfe im Sommer 1951 in einen verlustreichen Stellungskrieg über.

Die aggressive Außenpolitik des USA-Imperialismus hatten die amerikanischen Werktätigen nicht nur mit dem Leben Tausender in den Soldatenrock gepreßter Klassengenossen, sondern auch mit der Beschneidung politischer und sozialer Errungenschaften zu bezahlen. Trotz des Koreabooms und insgesamt – u. a. durch den Ausbau neuer Industriezweige wie der Atom- und der Elektroindustrie – steigender Produktion waren über 5 Prozent aller Werktätigen arbeitslos. Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit waren die 1956 rund 16 Millionen Afroamerikaner, die im Durchschnitt lediglich 50 Prozent des Lohnes der weißen Arbeiter erhielten und eine fast doppelt so hohe Arbeitslosenzahl wie diese verzeichneten. Die Folge der wachsenden Ausbeutung der amerikanischen Werktätigen und des wegen des Koreakrieges eingeführten Lohnstopps war ein von den Antigewerkschaftsgesetzen nicht aufzuhaltender Anstieg der Streiktätigkeit.

Quelle: Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit (1917 - Gegenwart), VEB Deutscher Verlag der Wissenschaft, Berlin 1988
 

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